Novene zum Hochfest Mariä Empfängnis

"Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir." (Lukas 1, 28)
Am 8. Dezember feiert die Kirche das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, Mariä Empfängnis. Auf dieses Fest bereiten wir uns ab dem 29.11. mit einer Novene vor und möchten Sie herzlich einladen, mit uns gemeinsam zu beten.
Gebet zur Vorbereitung auf Mariä Empfängnis (Novene)
Aus Anlass dieses Festes feiern wir am Dienstag, den 8. Dezember eine besonders feierliche Messe und anschließend eine eucharistische Lichterprozession mit anschließender Lichtervigil (Holy Hour). Auch hierzu möchten wir sie ganz herzlich einladen
Papst Pius IX. erhob die seit ältester Zeit in der Kirche bezeugte Offenbarung der unbefleckten Empfängnis Mariens, nämlich
"daß die allerseligste Jungfrau Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis auf Grund einer besonderen Gnade und Auszeichnung von seiten des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die Verdienste Jesu Christi, des Erlösers der ganzen Menschheit, von jedem Makel der Erbsünde bewahrt blieb"
als von Gott geoffenbarte Glaubenswahrheit zum Dogma.
Papst Pius IX. Päpstliche Bulle Ineffabilis Deus (8. Dezember 1854)
Auch das 2. Vatikanische Konzil hat sich dieses Geheimnisses des Glaubens angenommen und feierlich erklärt:
"Schließlich wurde die unbefleckte Jungfrau, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt, nach Vollendung des irdischen Lebenslaufs mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein, dem Herrn der Herren (vgl. Offb 19,16) und dem Sieger über Sünde und Tod ...
Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenökonomie dauert unaufhörlich fort, von der Zustimmung an, die sie bei der Verkündigung gläubig gab und unter dem Kreuz ohne Zögern festhielt, bis zur ewigen Vollendung aller Auserwählten. In den Himmel aufgenommen, hat sie diesen heilbringenden Auftrag nicht aufgegeben, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu erwirken."
Konstitution Lumen Gentium 59, 62
"Da Maria zur Mutter des Erlösers ausersehen war, „ist sie von Gott mit den einer solchen Aufgabe entsprechenden Gaben beschenkt worden“ (LG 56). Bei der Verkündigung grüßt sie der Engel als „voll der Gnade“ (Lk 1,28). Um zur Ankündigung ihrer Berufung ihre freie Glaubenszustimmung geben zu können, mußte sie ganz von der Gnade Gottes getragen sein (Vgl. dazu auch 2676, 2853, 2001).
„... daß die seligste Jungfrau
Maria im ersten Augenblick ihrer Empfängnis durch die einzigartige
Gnade und Bevorzugung des allmächtigen Gottes im Hinblick auf die
Verdienste Christi Jesu, des Erlösers des Menschengeschlechtes, von
jeglichem Makel der Urschuld unversehrt bewahrt wurde“(DS 2803).
Aus dem Katechismus der Katholischen Kirche, 490-493
Papst Benedikt XVI. verdanken wir eine wunderbare Betrachtung zu diesem Glaubensgeheimnis:
"Heute feiern wir eines der schönsten und am meisten geliebten Feste der allerseligsten Jungfrau: das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria. Maria hat nicht nur keinerlei Sünde begangen, sondern wurde sogar vor jenem dem Menschengeschlecht gemeinsamen Erbe bewahrt, das die Erbschuld ist, und zwar aufgrund der Sendung, zu der Gott sie von jeher bestimmt hatte: die Mutter des Erlösers zu sein. All dies ist in der Glaubenswahrheit der »Unbefleckten Empfängnis« enthalten. Die biblische Grundlage dieses Dogmas findet sich in den Worten, die der Engel an die junge Frau aus Nazaret richtete: »Sei gegrüßt, du Begnadete, der Herr ist mit dir« (Lk 1,28). »Begnadete« – im griechischen Original »kecharitoméne« – ist Marias schönster Name, der Name, den Gott selbst ihr gegeben hat, um zu zeigen, daß sie seit jeher und für immer die Geliebte und Erwählte ist, dazu auserwählt, das kostbarste Geschenk aufzunehmen: Jesus, »die fleischgewordene Liebe Gottes« (Enzyklika Deus caritas est, 12).
Wir können uns fragen: Warum hat Gott aus allen Frauen gerade Maria von Nazaret auserwählt? Die Antwort liegt verborgen im unergründlichen Geheimnis des göttlichen Willens. Es gibt jedoch einen Grund, den das Evangelium deutlich herausstellt: ihre Demut. Sehr gut betont dies Dante Alighieri im letzten Gesang des Paradieses: »Jungfrau und Mutter, Tochter deines Sohnes, vor allen Wesen groß und voll von Demut, vorbestimmtes Ziel im ewigen Rate« (Paradies, XXXIII,1–3). Die Jungfrau selbst sagt in ihrem Lobgesang, dem »Magnifikat«: »Meine Seele preist die Größe des Herrn … Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut« (Lk 1,46.48). Ja, Gott wurde von Marias Demut angezogen, und sie hat bei Gott Gnade gefunden (vgl. Lk 1,30). So wurde sie zur Mutter Gottes, zum Bild und Vorbild der Kirche, unter den Völkern erwählt, um den Segen des Herrn zu empfangen und ihn auf die ganze Menschheitsfamilie zu verteilen. Dieser »Segen« ist kein anderer als Jesus Christus. Er ist die Quelle der Gnade, mit der Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins an erfüllt war. Sie hat Jesus voll Glauben aufgenommen und hat ihn voll Liebe der Welt geschenkt. Das ist auch unsere Berufung und unsere Sendung, die Berufung und Sendung der Kirche: Christus in unser Leben aufzunehmen und ihn der Welt zu schenken, »damit die Welt durch ihn gerettet wird« (Joh 3,17).
Liebe Brüder und Schwestern, wie ein Leuchtfeuer erhellt das heutige Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria die Adventszeit, die eine Zeit des wachsamen und vertrauensvollen Wartens auf den Retter ist. Während wir dem Herrn, der kommt, entgegengehen, blicken wir auf Maria, die »als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk« voranleuchtet (Lumen gentium, 68). In diesem Bewußtsein lade ich euch ein, euch mir anzuschließen, wenn ich heute nachmittag auf dem Spanischen Platz dieser sanftmütigen Mutter »aus« Gnade und »der« Gnade erneut die traditionelle Verehrung erweisen werde. An sie wenden wir uns jetzt mit dem Gebet, das die Verkündigung des Engels in Erinnerung ruft.
Papst Benedikt XVI. zum Angelusgebet am 8. Dezember 2006
Weiterführende Links:
Bulle Ineffabilis Deus von Papst Pius IX. (8. Dezember 1854)
Enzyklika Fulgens Corona von Papst Pius XII. (1953)
Unbefleckte Empfängnis Mariens (Kathpedia)
![]()

