Der Verein möchte als Träger des Exerzitienzentrums regelmäßig Einkehrtage zur Erneuerung und Vertiefung im Glauben durchführen und konnte für die seelsorgerische Betreuung den Vinzentinerorden gewinnen. Einen Schwerpunkt der Arbeit der Vinzentiner in Berlin bilden Exerzitien, geistliche Einkehrtage, um Abseits der Hektik des täglichen Lebens im Glauben zu wachsen und gestärkt in den Alltag zurückzukehren. Der Bedarf in einer stark säkularen Stadt wie Berlin ist groß. Berliner und Gäste aus dem In- und Ausland nehmen das Angebot dankbar und lebhaft an. Der Verein möchte in Zusammenarbeit mit dem Vinzentinerorden, der das Vorhaben tatkräftig unterstützt, das Angebot an Exerzitien in der Hauptstadt ausdehnen und in St. Clemens ein Exerzitienzentrum im Herzen Berlins errichten, der das Angebot der Vinzentiner im weiter entfernten Katharinenstift ergänzt und wöchentlich Exerzitien zu verschiedenen Aspekten des katholischen Glaubens anbietet. Im Zentrum der Exerzitien steht als Quelle und Höhepunkt die heilige Messe, die zusammen mit der Verkündigung des Wortes Gottes, dem Lobpreis, der Fürbitte, Zeiten der Stille und der eucharistischen Anbetung, dem persönlichen Gespräch und der Erneuerung durch die Beichte Menschen zu einer intensiven Begegnung mit Gott führt. Im Glauben wieder neu gestärkt sind sie bereit, ihren Glauben im säkularen Berlin und in ihren Heimatorten in ganz Deutschland und im Ausland glaubwürdig zu leben und Zeugnis zu geben.
Kardinal Meisner hat als Erzbischof von Köln 2001 während einer Reise zu den Diözesen in Kerala auch indische Exerzitien besucht und schildert seine Eindrücke:
„… es ist erstaunlich, dass die 20.000 Plätze für einwöchige Exerzitien das ganze Jahr über ausgebucht sind. … Von diesen „Massenexerzitien" geht eine solche Faszination aus, dass selbst für Europäer Kurse angeboten werden. … Aber hier wird gebetet, gebeichtet und ermutigt, aus dem Evangelium heraus zu leben. Ich möchte die Erfahrung, dass es solches Leben in der katholischen Kirche gibt, nicht missen. Ich wäre besser 10 Jahre früher nach Kerala gefahren. Ich habe in diesen Tagen, wohlwissend, dass dies nur eine Seite des Landes und des Alltags ist, eine starke Ermutigung im Glauben erfahren. Niemand darf das beeindruckende Glaubensleben dort abtun, mit einer niedrigeren kulturellen Stufe, als bei uns. Das stimmt einfach nicht. Manchem unserer Priester und manchem führenden Laien möchte ich einmal für acht Tage ein solches Gemeindeleben wünschen, in das er eintauchen könnte, um diese Erfahrung zu machen. Es heißt zwar in der Heiligen Schrift im Auftrag Jesu an Petrus: „Du aber stärke deine Brüder". Ich möchte als Fazit unter meinen Besuch in den Bistümern Keralas sagen, das Wort heißt abgewandelt „Lass dich von deinen Brüdern und Schwestern stärken".
(Presseamt des Erzbistums Köln, Im Gespräch, Freitag, 17. Februar 2006, Seite 14)
Das vollständige Interview mit Kardinal Meisner finden sie hier
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