Die St. Clemens-Kirche in Berlin


St. Clemens Kirche Berlin

Die St. Clemens-Kirche ist ein geschichtsträchtiger Ort. Als Teil des ehemaligen Kolping-Hospizes 1910 vom späteren Bischof von Münster, dem 2005 von Papst Benedikt XVI. selig gesprochenen Clemens August Kardinal von Galen, aus den privaten Mitteln seines Erbteils erbaut, ist sie eine typische Berliner Diaspora-Kirche. Von der Straße aus kaum wahrnehmbar, steht sie inmitten des historischen Kolping-Hospizes, das mit seinen kunstvoll in rot-weiß gearbeiteten, verschachtelten Gebäuden eine "Stadt in der Stadt" bildet, dessen Zentrum die Kirche ist. Einer der ersten Wirkungsorte des "Löwen von Münster", des Bischofs von Galen, erste offizielle Niederlassung der Jesuiten in Berlin, Lagerhalle für Nazi-Raubgut, Heimat der katholischen Diasporagemeinde in Berlin-Kreuzberg, Dornröschenschlaf und schließlich Ort des neuen Glaubensaufbruchs in Berlin am Beginn des 21. Jahrhunderts. Die Mauern der eigentlich recht jungen Kirche haben schon viel erlebt.

St. Clemens Kirche Berlin

 

Neuaufbruch 2006

Auf diesem geschichtsträchtigen Boden wurde eine neues Kapitel in der Geschichte der Diaspora-Kirche in Berlin geschrieben, als im Juli 2006 der Vinzentinerorden, Ordensprovinz St. Joseph (Kerala, Indien) auf Einladung des Erzbischofs von Berlin, Georg Kardinal Sterzinsky, das Exerzitienzentrum der göttlichen Barmherzigkeit eröffnen konnte. Im Herzen Berlins, am Potsdamer Platz, gelegen, wurde St. Clemens bald zu einem lebendigen Zentrum katholischen Glaubens inmitten einer weitgehend atheistischen Stadt. Die Kirche war vom Morgen bis Mitternacht geöffnet. Es fanden Exerzitien, Glaubensimpulse, tägliche eucharistische Anbetung und zwei Messen pro Tag statt. Das lebendige Glaubensleben in St. Clemens kam jäh zu einem Ende, als die Kirche verkauft wurde. Die Vinzentiner zogen um, die Kirche verwaiste. Doch St. Clemens wurde von den Katholiken, die dort ihre geistige Heimat gefunden haben, schmerzlich vermisst.

St. Clemens Kirche Berlin

Wiedereröffnung 2008

Mit Hilfe eines neugegründeten Fördervereins soll nun wieder neues Leben in die geschichtsträchtigen Mauern kommen und ein Exerzitienzentrum für die Hauptstadt errichtet werden. Mit Hilfe von Spenden und bürgerschaftlichem Engagement hat St. Clemens seine Tore wieder öffnen können: als "Kloster in der Stadt" und Oase des Glaubens, die in dieser Stadt so dringend benötigt wird.

Unser Exerzitienzentrum wurde am 15. März 2008, dem Hochfest des Heiligen Josef und zugleich dem Patronatsfest der Kirche, dem Fest des heiligen Clemens Maria Hofbauer, durch Georg Kardinal Sterzinsky, dem Erzbischof von Berlin und Metropoliten der Berliner Kirchenprovinz, mit einem Pontifikalamt feierlich wiedereröffnet.

St. Clemens hat wieder seine Tore eröffnet und bietet ein umfangreiches geistliches Programm für die notleidende Diaspora-Kirche Berlin an: täglich zwei Heilige Messen, tägliche Beichtgelegenheit von 9 bis 24 Uhr, 24 h Stunden ewige eucharistische Anbetung in Stille und mit Gebet, tägliche Wortverkündigung und Reflektion des Evangeliums sowie wöchentliche Exerzitien. Daneben wird derzeit ein spezielles Programm für junge Katholiken vorbereitet (Holy Hour, Stay and Pray), das junge Menschen zur eucharistischen Anbetung hinführen und im Glauben stärken soll. St. Clemens soll ein Ort sein, wo man zu jeder Tages- und Nachtzeit  im hektischen Alltag der Millionenstadt Berlin, ohne vor verschlossener Tür zu stehen, einkehren und Gott begegnen kann: im Allerheiligsten Sakrament des Altares, im Wort, in der Stille und im gemeinsamen Gebet.

 

Weiterführende Informationen:

Ein geschichtlicher, kulturhistorischer und architektonischer Überblick über die St. Clemens-Kirche

Kardinal Clemens August Graf von Galen: Leben und Wirken des Erbauers und Stifters der St. Clemens-Kirche

Photos der St. Clemens Kirche   

 

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